FIENSTEDT | SALZATAL

Die Herkunft des Ortsnamens



Erste urkundliche Erwähnungen des Ortes:

1222 Finegestad

Urkunde des Grafen Siegfried von Blankenburg für das Kloster Münzenberg bei Quedlinburg
1288 Vinstede
Vinstede auch genannt 1314 (Magdeburger Urkunde Nr. 48): Bischof Hermann von Belluno bestätigt, daß die von Graf Werner I. von Hadmersleben-Friedeburg im Kloster Marienstuhl in Egeln erbaute Kapelle Sankt Andreas von ihren Stiftern mit 7 Hufen Land bezahlt worden sei. Die Einweihungsurkunde ist datiert am 16. July 1314 zu Vinstede.
 
1505 Finstede

Fienstedt zwischen Morast, Wein und Ende

Hier einige Ansätze zur Herkunft des Ortsnamens:

1... enthält wohl nicht den sehr seltenen Personennamen fin, sondern entweder das althochdeutsche fennîg (kotig, morastig) von fenna und fennî nld. veen (Kot, Sumpf, Morast) oder dieses letztere selbst und bedeutet demnach: Wohnstätte im veen oder Moraste, eine Bezeichnung, die die vorauszusetzende Beschaffenheit des Bodens in der Urzeit wahrscheinlich macht.
[aus: Bau- und Kunstdenkmäler des Mansfelder Seekreises von Grössler und Brinkmann, 1895]
 
Fienstedt ist heute noch Quellgebiet und Trinkwasserschutzgebiet.

2... von der »feinen stätte« hörten wir schon, und es ist glaubhaft, daß das Dorf den Bewohnern der Wendenweiler Zedewitz, Plossa, Zeperkau und wie sie sonst in der Saaleaue verstreut lagen, als die bessere Stätte erschien, in die sie schließlich vor den Hochfluten und den Sumpfmücken flüchteten.

[aus: Wanderungen durch die Grafschaft Mansfeld, Neuß, 1938]


3... Spangenberg fabelt von einem »deutsch-gotischen« Volk der Finnen, dem Fienstedt (wie auch das Finnegebirge) seinen Namen verdanke; das sei ihm verziehen, weil er, vielleicht auf Grund uralter, damals noch lebendiger Überlieferung hinzufügt, es seien von den »finnen«, »Viel mit den Thüringern aus der cimbrica chersoneso oder juythland in diese Landart diesseits der EIbe und den Hartz kommen und im Fortreisen ihres Namens Gedächtnis je bisweilen an etlichen Örtern gelassen.«
[aus: Wanderungen durch die Grafschaft Mansfeld, Neuß, 1938]
 
4... In der 2016 erschienenen landeskundlichen Bestandsaufnahme „Das untere Saaletal“ (Villwock und Porada) wird versucht, den Ortsnamen auf eine Person Finning, Finniko zu beziehen, wie es in der neueren Forschung häufig so getan wird.
 
5... eher unwahrscheinlich: der Name kommt von »Weinstätte« und deutet auf den Weinanbau an den Saalehängen hin, wie auch die Reben im Ortswappen und die Nennung des hl. Urban, dem Schutzpatrons des Weinbaus, auf der Kirchenglocke der Fienstedter Kirche St. Stephanus.

[aus: Fienstedter Weinseeligkeit, 2006]

 

 

Hinweis auf einer Urkunde des Grafen Siegfried von Blankenburg

[Quelle: Zeitschrift des Harzverein für Geschichte und Altertumskunde; Jacobs, Eduard, 1833-1919 Vierter Jahrgang 1871, Erstes und zweites Heft, S.55] [Quelle: Zeitschrift des Harzverein für Geschichte und Altertumskunde; Jacobs, Eduard, 1833-1919 Vierter Jahrgang 1871, Erstes und zweites Heft, S.55]

Aderant autem fratres de domo Theutonicornm : frater Hermannus, Otter cognomine, frater Ulricus de Thornethe, frater Henricus de Finegestad, frater Hugoldus de Langele.

Bruder Hugold von Langele ist mit Henricus von Finegestad und anderen Brüdern des Deutschordens in Quedlinburg Zeuge bei der Schenkung eines Waldanteils seitens Graf Siegfried von Blankenburg an das dortige Kloster Münzenberg.