FIENSTEDT | SALZATAL

Max Hoelz

Johannes R. Becher

Aus: Rote Fahne, 25. Juli 1928, Nach der Amnestierung von Max Hoelz

„Lebenslänglich Zuchthaus“

Dein Aug` hielt stand

Kein Nerv zuckte

„Ich weiß, wofür...“

Als sie dich abführten.

Gingen wir alle mit.

Unzertrennlich blieben wir,

Wir bei dir,

Du bei uns.

 

Dreck aus allen Gossen

Haben sie wider dich gehäuft.

Oft war es dunkler in dir als Nacht:

Du warst dem Wahnsinn nah.

Berge von Mauern haben sie über dich gewälzt.

Bist nicht zerbrochen.

In Gitter und Fesseln haben sie dich geschlagen.

Warst nicht kleinzukriegen.

Aus den Zeitungen rissen sich los zwei Worte,

Sprangen hinein in die Straßen,

Riefen:

Max Hoelz!

Hunderttausende vor dir,

Hunderttausende neben dir,

Zu beiden Seiten,

Sturm wächst,

Wo du hintrittst ...

 

Als du wiederkamst, war es

Als marschierten wir selbst

In Berlin ein.