FIENSTEDT | SALZATAL

Elbegermanen



Ausschnitt aus: Wilkinson`s Atlas. Germania Antiqua. Robert Wilkinson. 1822 [nach Klaudios Ptolomaios. Geographike Hyphegesis]. 150 u.Z] Ausschnitt aus: Wilkinson`s Atlas. Germania Antiqua. Robert Wilkinson. 1822 [nach Klaudios Ptolomaios. Geographike Hyphegesis]. 150 u.Z]
zur Kartenorientierung:
Hermunduri (Elbegermanen)
Sala Fl. (Saale)
Albis Flu. (Elbe)
Semana (Harz) Hercyniae. [Semanswald hieß auch Manswald ... Mansveld]
 
Calaegia [umstr. Wittenberg / Calbe ....]
Bicurgium [umstr. Bickenriede b. Mühlhausen / Steinburg b. Römhild]
Lupfurdum [umstr. Dornburg a. d. Saale / Leipzig / Dresden ....]
 
Während der römischen Kaiserzeit (50 v.u.Z. bis 375) siedelten an der Saale Elbegermanen (Hermunduren).

Thüringer//Franken



Im 5. und frühen 6. Jahrhundert gehörte das Gebiet an der mittleren und unteren Saale zum Königreich der Thüringer, das 531 von den merowingischen Franken zerschlagen wurde. (Provincia Thuringorum)
 
Seit 748 n. Chr. befand sich das Mansfelder Land fest in fränkischer Hand. Christianisierung, Siedlung und Herrschaft im Zuge der festen Eingliederung Thüringens in das fränkische Großreich der Karolinger.
 
Die Saale bildete die Ostgrenze des Reiches, die es zunächst (561, 566/67) gegen die Awaren, später gegen die Slawen, die sich im 7. Jahrhundert östlich der Saale ansiedelten, zu verteidigen galt. Diese hatten bei Grimschleben im Gau Serimunt, bei Rothenburg, Wettin und Brachwitz im Gau Nudzici mächtige Burganlagen errichtet. Auf dem gegenüberliegenden Ufer befand sich bei Waldau eine Befestigung, die seit 806 den Ausgangspunkt mehrerer Kriegszüge bildete. Weitere fränkische Burgwarte befanden sich in Aderstedt, Plötzkau, Alsleben, Friedeburg, Kloschwitz, Salzmünde, Lettin (Liudeneburg) und Holleben (Hunlevaburg)
 
Als in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts die Gebiete östlich der Saale dem Reich eingegliedert wurden, entstanden an der Stelle der slawischen deutsche Burgen.

Das eroberte Land wurde in Gaue eingeteilt, hier bildeten sie zugleich ein Grenzterritorium zu den slawisch bevölkerten Gebieten, als dessen Grenze der Verlauf der Saale anzusehen ist.
 
„....ac Salam fluvium, qui Thuringos et Sorabus dividit.“
Ausschnitt aus: Die Reiche der Karolinger. Theilung zu Verdun im August 845. Justus Perthes. Gotha 1845. Ausschnitt aus: Die Reiche der Karolinger. Theilung zu Verdun im August 845. Justus Perthes. Gotha 1845.

Hos- oder Hassegau, auch Hassago (780 Hassega, 802-815 Hohsegowe), zum hersfeldischen Missionsgebiet gehörend. Der nördliche Teil wird zur Keimzelle der Grafschaft Mansfeld. Mit Hoyer von Mansfeld, Graf im Hassegau wird 1050 der erste Mansfelder namentlich erwähnt.

zur Kartenorientierung::
rot: Reich Lothar's
gelb: Reich Ludwig's
grün: Reich Carl's
blau: Teilung Lothringen's 870
 
Hala (Halle)
Sala (Saale)
Albis (Elbe)
Schidingle (Scheidungen)
Mimileiba (Memleben)
Pagus Suevon (Schwabengau)

Von Quellen und Wüstungen



Daß Fienstedt ein seit undenklichen Zeiten besiedeltes Dorf ist, daß es der Vorort für einen größeren Bezirk gewesen sein muß – in kirchlicher Beziehung ist dies auch heute noch so –, erweist seine Geschichte, von welcher Seite wir sie auch betrachten. Es hat seinen Namen seit der altthüringischen Zeit fast unverändert bewahrt. Den anglischen Sippen, die es begründeten oder benannten, fiel die sehnige oder moorige Beschaffenheit des Quellgrundes, an dem sie sich niederließen, ebenso ins Auge, wie wir sie noch heute für wahrscheinlich halten. Aber der Siedelplatz war günstig: Wasser in Fülle, und rings in der Runde die ebenen, fruchtbaren und warmgründigen Ackerbreiten, ein Teil der seit alters waldarmen und offenen Gefilde Mitteldeutschlands.

[Quelle. Erich Neuß: Wüstungskunde des Saalkreises, der Stadt Halle und der Mansfelder Kreise. Teil 2. Wüstungskunde der Mansfelder Kreise (Seekreis und Gebirgskreis). Weimar 1971]

 

In dem zur Gemarkung von Fienstedt gehörenden Bereich der Saaleaue liegen drei slawische Ortswüstungen Zedenitz/Zedewitz, Plossa und Weihe. die schon frühzeitig wegen des häufigen Hochwassers aufgegeben wurden.

 

...die sorbischen, immer wieder überfluteten Sumpfnester in der Saaleaue aufgaben, um auf die Hochfläche zu ziehen.

[aus: Wanderungen durch die Grafschaft Mansfeld, Neuß, 1938]

 

Weihe ist eine Wüstung bei Fienstedt. Der Ort lag auf der linken Seite der Saale, gegenüber von Döblitz. Die Dorffläche bildete ein längliches Viereck und hatte einen Umfang von ca. 740 Metern. Weihe wurde schon sehr früh wüst, die Einwohner sind vermutlich nach Fienstedt gezogen, die Flur wurde zwischen Fienstedt und Gödewitz aufgeteilt. Gegen 1830 waren noch Gräben und Wälle zu erkennen. Beim Abfahren von Düngererde fand man viele graubraune Urnen. Heute steht an der Dorfstelle ein großes Gebüsch.

[Quelle. Erich Neuß: Wüstungskunde des Saalkreises, der Stadt Halle und der Mansfelder Kreise. Teil 2. Wüstungskunde der Mansfelder Kreise (Seekreis und Gebirgskreis). Weimar 1971]