FIENSTEDT | SALZATAL

LPG Mitschurin in Fienstedt

Musterstatut Typ III



LPG Mitschurin in Fienstedt Musterstatut Typ III
Am 5. und 6. Dezember 1952 tagte in Berlin die erste Konferenz der Vorsitzenden und Aktivisten der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften. Sie beschloß die Musterstatuten der LPG. Diese waren auf Initiative der werktätigen Bauern von Worin (Typ I), Merxleben (Typ II) und Fienstedt (Typ III) entstanden und nach ihrer Veröffentlichung in einer umfassenden demokratischen Aussprache von den Werktätigen auf dem Lande beraten worden.

Die drei Typen der LPG unterschieden sich vor allem durch den Grad der Vergesellschaftung der Produktionsmittel und den Verteilungsmodus voneinander. Im Typ I waren genossenschaftliches Eigentum: Saat- und Pflanzgut, Düngemittel und das Ernteergebnis der Feldwirtschaft; im Typ II kam das genossenschaftliche Eigentum an Maschinen, Geräten und Zugvieh hinzu; im Typ III schließlich auch die genossenschaftliche Zucht- und Nutzviehhaltung. Der Boden blieb Privateigentum und wurde nicht nationalisiert. Gleichzeitig behielten die Bauern eine persönliche Hauswirtschaft. Ein wesentliches Problem der landwirtschaftlichen Umgestaltung bestand darin, eine gleiche Stellung aller Bauern zu den Produktionsmitteln herbeizuführen und dabei dennoch die bisherigen Unterschiede in der Größe des Privateigentums zu berücksichtigen. Dieses Problem wurde so gelöst, daß das eingebrachte lebende und tote Inventar in Typ II dem Bauern von der Genossenschaft bezahlt wurde, oder es wurde, wie in Typ III, ein durchschnittlicher Inventarbeitrag festgelegt, dessen Höhe die Genossenschaft beschloß. Bei der Verteilung der für den persönlichen Verbrauch verbleibenden Einkünfte wurden sowohl Menge und Qualität des von den Mitgliedern eingebrachten Ackerlandes als auch die geleisteten Arbeitseinheiten zugrunde gelegt. In Typ I betrug der Anteil für das Ackerland bis zu 40 Prozent, in Typ III bis zu 20 Prozent.
[aus: Walter Ulbricht, Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Herausgegeben zum Parteilehrjahr 1966/67 auf Beschluß des Politbüros des ZK der SED vom 5. Juli 1966, Dietz-Verlag Berlin, 1969, Band 13, Seite 170 bis 248.]
Iwan Wladimirowitsch Mitschurin
Iwan Wladimirowitsch Mitschurin

russischer Obstzüchter

* 27. 10. 1855 Dolgoje, Rjasan

†7. 6. 1935 Koslow, heute Mitschurinsk


Durch Artkreuzungen gelang es Mitschurin, frostresistente Obstsorten zu schaffen, die den Obstbau für weite Gebiete Russlands erst möglich machten. Mitschurin lehnte die Mendel’schen Gesetze für den Obstbau ab und war der Ansicht, dass bis zu einem bestimmten Zeitpunkt der junge Obstsämling durch den Pfropfpartner (Mentor) in einer erwünschten Richtung beeinflusst werden könne (Mentormethode); die erzielten Veränderungen hielt Mitschurin irrtümlich für erblich. Diese Ansicht war zeitweise eine der Grundlagen der parteiamtlich anerkannten sowjetischen Vererbungslehre.
Quelle wissen.de

„Mitschurin hat festgestellt,

das Marmelade Fett enthält,
drum essen wir zu jeder Speise (auf jeder Reise),

Marmelade eimerweise ..."
so sang man es vor langer Zeit im Kinderferienlager...

[Mitschurin in der Obstdatenbank]