FIENSTEDT | SALZATAL

Mitschurin+Genossen

1945–1989

Kreisreformen

1945-1950

Das Foto von 1949 zeigt Werner Eggerath (1900-1977), der von 1945 bis 1947 Landrat des Mansfelder Seekreises war. 1947 bis 1952 amtierte er als Regierungspräsident (Ministerpräsident) des Landes Thüringen. Das Foto von 1949 zeigt Werner Eggerath (1900-1977), der von 1945 bis 1947 Landrat des Mansfelder Seekreises war. 1947 bis 1952 amtierte er als Regierungspräsident (Ministerpräsident) des Landes Thüringen.

Im Juli 1945 wurde die Provinz Halle-Merseburg auf Geheiß der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) mit der Provinz Magdeburg und dem Land Anhalt zur neuen „Provinz Sachsen“ vereinigt, die 1946 in „Provinz Sachsen-Anhalt“ umbenannt wurde und schließlich 1947 im Land Sachsen-Anhalt aufging.

Die beiden Landkreise Mansfelder Gebirgskreis und Mansfelder Seekreis wurden 1950 mit der Stadt Eisleben zum Landkreis Eisleben vereinigt. Dabei kam der Ostteil des Mansfelder Seekreises, also auch Fienstedt, an den Saalkreis.

 

Der Graben durch den Dorfplatz wird 1950 im Nationalen Aufbau-Werk kanalisiert und planiert.

1952/53 wird der Turm der Stephanuskirche repariert und neueingedeckt.

Bodenreform. Enteignung und Neubauern.

1945-1953

Die Liste der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe vom Oktober 1946 umfasst 29 Mitglieder Die Liste der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe vom Oktober 1946 umfasst 29 Mitglieder

Bodenreform. Enteignungen (ab 100 ha) in Fienstedt:

A) Gut Nr. 45 und 47, 206,1 ha. 1929 Wilhelm Bedau.

[Gut Nr. 45 mit ca 98 ha erst 1953 enteignet]

B) Gut Nr. 1, 100 ha. 1929 August Boltze.

C) Gut Nr. 28, 101 ha. 1929 Curt Boltze. Pächter: C. Wentzel.

[Quelle: Bodenreform-Schwarzbuch Autor: Jürgen Gruhle]

 

Es gibt 27 Neubauern.

Schon wieder eine Kreisreform

25. Juli 1952

Kreisreform in der DDR. Der Bezirk Halle wird neu gebildet. Fienstedt gehört zum Saalkreis.

LPG Mitschurin. Musterstatut Typ III.

1952

Namentliche Aufstellung der Mitglieder der Produktionsgenossenschaft (Gesendet an den Rat des Saalkreises am 21. Oktober 1952) Namentliche Aufstellung der Mitglieder der Produktionsgenossenschaft (Gesendet an den Rat des Saalkreises am 21. Oktober 1952)

31. Juli 1952 Gründung einer der ersten LPG in der DDR in Fienstedt mit dem Musterstatut Typ III. LPG-Vorsitzender ist Alex Müller. Benannt wird die LPG nach Mitschurin. Die LPG übernimmt den örtlichen Landwirtschaftsbetrieb.

 

 

„Dem Beispiel ... von Alex Müller, dem Vorsitzenden der LPG Fienstedt im Saalkreis, und der anderen Pioniere der Genossenschaftsbewegung folgten Tausende werktätiger Bauern.“

[Quelle: Walter Ulbricht, Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Herausgegeben zum Parteilehrjahr 1966/67 auf Beschluß des Politbüros des ZK der SED vom 5. Juli 1966, Dietz-Verlag Berlin, 1969, Band 13, Seite 170 bis 248.]
 
 
 
 

Die Mitglieder der Produktionsgenossenschaft:

01. Otto BRÖMME, 02. Fritz BIEHLE, 03. Otto ENGLER, 04. Adam ESINS,

05. Hermann EUCHLER jun., 06. Emil FISCHER, 07. Alfred FRECHE, 08. Otto GÖRICKE,

09. Franz GÖRICKE, 10. Max HENTSCHKE, 11. Erwin HERBERG, 12. Otto HILGER, 13. Wilhelm HILGER,

14. Paul KAWULA, 15. Gustav KRAUSE, 16. August MEIßNER, 17. Joseph KNESPEL,

18. Alexander MÜLLER, 19. Friedrich PÖTSCH, 20. Albert RAUSCH, 21. Johann SCHILL,

22. Hugo SCHILL, 23. Paul SEIFERT, 24. Wilhelm THOMAS, 25. Karl THOMAS, 26. Heinrich WINSEL,

27. Hermann WINSEL, 28. Walter WARTENBERGER.

 

1952/53 wird der Turm repariert und neu engedeckt.

Foto: Gerhard Kiesling Foto: Gerhard Kiesling

Für eine große Bildreportage der NEUEN BERLINER ILLUSTRIERTEN 1953 schaut die 62köpfige „Familie“ der LPG-Mitglieder und deren Frauen und Kinder dem Fotografen strahlend in die Kamera. Fotograf war damals der noch junge Gerhard KIESLING – der spätere Starfotograf der DDR.

 

Anfang 1954 bewirtschaften die 98 LPG-Mitglieder 396 ha. Der Viehbestand beträgt 24 Pferde, 188 Rinder und 221 Schweine, außerdem Schafe und Hühner.

Foto: Gerhard Kiesling Foto: Gerhard Kiesling
Rübenparade auf einem 70 ha Feld mit „Rübenkönig“ Erwin HERBERG.

Die Hopfenanlage

1956

Foto: Gerhard Kiesling Foto: Gerhard Kiesling
September 1965 wird die Hopfenanlage gebaut. Die Fläche beträgt 7,5 ha.

Die LPG wächst

1958

August 1958 Zusammenschluß mit der LPG Typ I in Wettin-Zaschwitz und Kloschwitz-Trebitz.

(später daraus z.T. auch LPG Pflanzenproduktion Beesenstedt)

Der letzte Einzelbauer aus Fienstedt tritt der LPG bei.

Die LPG bewirtschaftet jetzt fast 600 ha.

Rad-Promi besucht Fienstedt

31. Juli 1964

Zur Erinnerung an seinen Besuch auf einem Erntefeld bei Fienstedt hat Täve Schur am 05. September 1964 das Foto signiert. <br>Alex Müller, Heinz Wachtel, Fritz Erfurt, Kurt Tretropp, Josef Knespel und Täve Schur (v.l.n.r.) Zur Erinnerung an seinen Besuch auf einem Erntefeld bei Fienstedt hat Täve Schur am 05. September 1964 das Foto signiert.
Alex Müller, Heinz Wachtel, Fritz Erfurt, Kurt Tretropp, Josef Knespel und Täve Schur (v.l.n.r.)
Das war sogar dem NEUEN DEUTSCHLAND eine Meldung wert. Am 02. August 1964 schrieb sie unter der Überschrift Täves GlÜckwunsch für Ernte-Etappensieger: „Schnell wie ein Lauffeuer eilte am Freitag die Kunde durch Fienstedt im Saalkreis: ,Täve’ überreicht den Siegern im Wettbewerb der Mähdrescherfahrer des Bezirkes Halle das Gelbe Trikot des Spitzenreiters. Der zweifache Weltmeister streifte der Besatzung Gerhard Höpfner / Berthold Schreiber das begehrte Trikot über [...].“
Kindergärtnerin Hannelore ERFURT hat „Not“, schnell die Kinder des Dorfes zusammen zu trommeln, um Rad-Profi „Täve“ Schur begrüßen zu können.

Die DEFA dreht in Fienstedt

1973

 Die DEFA dreht in Fienstedt
1973 dreht die DEFA mit Regisseur Günter REISCH den Film „Wolz. Leben und Verklärung eines deutschen Anarchisten“ u.a. auch in Fienstedt. [weiterlesen]
Fotos von Peter Backhaus aus den 70er Jahren

Das waren noch Winter. Eishockey auf dem zugefrorenen Dorfteich. Das waren noch Winter. Eishockey auf dem zugefrorenen Dorfteich.
Die Fienstedter „Halbstarken“ mit Habicht und Schwalbe vor dem „Deutschen Haus“ Die Fienstedter „Halbstarken“ mit Habicht und Schwalbe vor dem „Deutschen Haus“
Feuerwehreinsatz am Dorfteich. Feuerwehreinsatz am Dorfteich.


1975-76 errichtet die Baubrigade der LPG am Platz Um die Linde im Wettbewerb „Schöner unsere Städte und Gemeinden" eine neue Verkaufseinrichtung. Am 07. Oktober 1976 eröffnet diese mit Vertretern der Konsumgenossenschaft Saalkreis. Leiterin ist Hannelore ROST.

 

Ab 1979/80 besuchen die Fienstedter Schüler die POS Beesenstedt. Bis dahin wurden diese in Schochwitz eingeschult, davor in Zaschwitz.

LPG „Thälmannpionier“

1982

Nachdem Zusammenschluß zur LPG Tierproduktion Lettin-Salzmünde-Fienstedt spezialisiert sich Fienstedt auf Putenmast und Ferkelaufzucht. Vorsitzender der LPG ist Siegfried Rost, sein Stellvertreter Alex Müller.

Bodenreform

Bodenreform
13. Oktober 1945: Beurkundung des Besitzwechsel von Ackerland
16. April 1946: Übergabe eines Grundstückes auf Grund der Verordnung über die Bodenreform.
Pause nach mühevoller Arbeit. Fast schon in Vergessenheit geraten: Aufstellen der Getreidegarben.
Die Auslastung solcher Druschmaschinen erforderten die Bildung von Druschgemeinschaften.

Neubauern

Neubauern
22. Mai 1946: Protokoll der Neubauern-Versammlung über Viehausgleich und Vieh- und Inventaraufnahme

Orteingang

Orteingang
1950: Fienstedt gehört nun zum Saalkreis.

Dorftierschau

Dorftierschau
1951: Die Vereinigung der gegenseitigen Bauerhilfe (Bäuerliche Handelsgenossen- schaft) organisiert die Dorf-Tierschau.

Bauernstellen

Bauernstellen
23. Februar 1952: Aufteilung der Gutshöfe Dorfstr. 1 und 47 durch Verlosung in zu errichtende Bauernstellen

Mitschurin – Namensgeber der LPG

Mitschurin – Namensgeber der LPG
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Musterstatut LPG Typ III

Musterstatut LPG Typ III

AUF DEM TITEL DER NBI

AUF DEM TITEL DER NBI
Zwischen 1953 und 1962 berichtete die NBI in mehreren großen Bildreportagen aus Fienstedt, vorallem über die Entwicklung der LPG. Im Oktober schaffte es Gerda PRÖMPER aus Fienstedt auf den Titel dieser Zeitschrift.

LPG-Vorsitzender Alex MÜLLER

LPG-Vorsitzender Alex MÜLLER
1955: „Der Leiter der LPG Fienstedt posiert in der Rolle des Gutsherrn“
© Gerhard Kiesling / Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz

Sozialistischer Wettbewerb

Sozialistischer Wettbewerb
1959: Immerhin 7. Kreissieger.