FIENSTEDT | SALZATAL

BRONZEFUNDE

Frühzeitliche Besiedlung ist nachweisbar

2000–700 v.u.Z

4500 bis 2000 v.u.Z Neolithische Besiedlung (Bandkeramik, Schnurkeramik)

 

2000 bis 700 v.u.Z. Bronzezeitliche Besiedlung (Helmsdorfer Gruppe)

Während der Bronzezeit entfaltete das zuvor kaum besiedelte Gebiet nördlich von Salzmünde bis in die Höhe von Kloschwitz eine Blüte. Hier entstand eine Kulturlandschaft mit befestigten Siedlungen und Grabhügelfeldern, die in ein Netz von Wegen und Feldern eingebunden waren. Den Siedlungsfunden nach wurden Spelz, Einkorn, Emmer, Rispenhirse, Pferdebohne, Lein und allen voran Gerste angebaut. Die wirtschaftliche Bedeutung des Raumes belegen Bronzehorte.

 

Für Fachleute und Laien gleichermaßen beeindruckend erweist sich der Bronzedepotfund von Fienstedt (1986). Etwa 2600 jahre alt ist dieser Tonkrug mit Deckel aus der Bronzezeit, gefüllt mit 47 Bronze-Objekten (weibliche Ornamente, Stücke vom Pferdegeschirr, Werkzeuge, Giessereirückstände). Der Fund befindet sich im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale).

Karte nach Dr. Gerd Villwock Karte nach Dr. Gerd Villwock

Die Lage in einer geschützen Talmulde, in der vier flache, muldenförmige Tälchen zusammenlaufen, Quellaustritte aus dem Mittleren Bundsandstein und die fruchtbaren Lössböden der Hochfläche sind Gunstfaktoren für eine frühe Besiedlung. Diese ist durch einen Hortfund der mittleren und jüngeren Bronzezeit in der Ortslage belegt.

[aus: Das untere Saaletal, Villwock und Porada, 2016]

 

Die Besiedlung des Quellgebietes begann zunächst oberhalb des moorigen Grundes.

(B: Bronzedepotfund, F: weitere Funde).

 

Die örtliche Beschaffenheit könnte auch der Ursprung des Ortsnamen sein:

Das althochdeutsche fennîg (kotig, morastig) von fenna und fennî nld. veen (Kot, Sumpf, Morast) oder dieses letztere selbst bedeutet demnach: Wohnstätte im veen oder Moraste. [Weitere Untersuchungen zum Ursprung des Ortsnamen]

700 v.u.z-50 v.u.Z.

700 bis 50 v.u.Z. Eisenzeitliche Besiedlung

Bronzezeitliche „Musikinstrumente“

Klapperbleche und Klangscheibe aus dem Hortfund von Fienstedt (Behrends 2010b) Klapperbleche und Klangscheibe aus dem Hortfund von Fienstedt (Behrends 2010b)

Aus dem Hortfund von Fienstedt, der reichlich Pferdeschmuck, aber auch Produkte des Bronzegusses enthielt, stammt eine Klangscheibe, die offensichtlich durch Nachglühen und Härten in ihren Klangeigenschaften verbessert wurde.

Aber auch auf anderen Faleren können laute, metallische, ein wenig beckenartig anmutende Klänge erzeugt werden.

Die Gehänge-Rasselringe wurden am Zaumzeug angebracht und dienten wohl der Besitzerkennzeichnung und/oder der akustischen Unterscheidung der Tiere.

Bronzedepotfund von Fienstedt Bronzedepotfund von Fienstedt